Galli-Zunft Kriens
Brauchtumsgesellschaft in Kriens seit 1922

Geisslechlöpfe

Einer der ältesten typischen Krienser Bräuche, welcher von den Kleinsten bis zu den Grössten ausgeübt werden kann, ist das Geisslechlöpfen. Wie die Fasnacht stammt auch dieser Brauch aus der alten vorchristlichen Zeit, als man die bösen Geister, die Dämonen und vor allem die Wintergeister mit dem Peitschenknall ver-treiben wollte. Seit der Christianisierung unserer Gegend gab man dieser heidni-schen Sitte einen christlichen Inhalt: Ankündigung des Samichlaus. Eigentlich sieht das Chlöpfen mit den Schaubgeisseln (Zopf aus Hanf oder Flachs) einfach aus, aber ich erinnere mich an meine Jugendzeit und Lehrjahre beim Üben, als der Zwick etliche Male, anstatt zu knallen, sich um meinen Kopf wickelte. Um einen Chlapf mit maximaler Lautstärke zu erzeugen, wird der Hanfstrick eingefettet und am Ende wird nach dem "Schlössli" der sogenannte Zwick befestigt (früher aus Seide, heute aus Kunststoff). Damit wird beim Umdrehen versucht, für einen kur-zen Moment jene Höchstgeschwindigkeit zu bewirken, welche eine Luftdruckver-änderung verursacht (mind. Schallgeschwindigkeit = 340 m/Sek.) und unser Ohr als Knall erreicht. Die bis zu 4,60m lange Geissel wird, je nach Körpergrösse und Können, mit einem 50-70 cm langen Stiel geschwungen. Nach erstem individuellem Üben ist es das Ziel jedes Chlöpfers, in einer Vierer- oder sogar grösserer Forma-tion einen rhythmischen Takt zu erzeugen.

In einem gemeinderätlichen Reglement ist festgelegt, dass vom 3. November bis 8. Dezember von 08.00 -22.00 Uhr auf nicht verkehrsreichen Strassen und Plätzen geklöpft werden darf, mit den folgenden Ausnahmen: über Mittag von 12.00-13.00 Uhr, in der ganzen Gemeinde Kriens von 22.00 bis 08.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen bis 14.00 Uhr.

Die Galli-Zunft gründete 1971 die bis heute erfolgreiche Chlöpferschule. "Chlöpfermeister" Hans Ochsenbein, Alois Bieri und die Gebrüder Leo und Xaver Brügger führten als erste Chlöpferlehrer viele junge Krienserinnen und Krienser in dieses be-liebte Brauchtum ein und seit 1984 betreuen die "Obernauer" Chlöpferlehrer an jedem Montag im November die angehen-den jungen Chlöpferinnen und Chlöpfer beim Meiersmattschulhaus. Zusätzlich wird seit 15 Jahren an zwei Samstagmorgen im November ein Geissle – Service angeboten.

Am 8. Dezember findet auf dem Dorfplatz ab 15.00 Uhr das traditionelle Wettchlöpfen der Jugend statt und von 20.00 - 23.00 Uhr bildet das Schau- und das Schlusschlöpfen den Abschluss der Samichlauszeit.

Eine Anmeldung für die Chlöpferschule und die Daten für den Geissle-Service finden sie immer im „Kriens- Info“.

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